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Das Universum

Die Welt der Äonischen

Ich erkläre dir die Welt nicht. Wer sie erklärt, hat sie schon verloren. Aber ich kann dir sagen, was ich in all den Jahren gesehen habe, und du magst daraus machen, was du willst.

Die dünnen Orte

Es gibt Orte, an denen die Welt dünn wird. Ribbeck ist einer davon. Man sitzt auf einer Bank vor einer alten Brennerei, und wenn man still genug ist, hört man, dass der Boden atmet. An solchen Schwellen berühren das Hier und das Dahinter einander, und hier lässt sich begleiten, wer hinübergeht, damit niemand den letzten Weg allein geht.

Das Licht und seine Abwesenheit

Es gibt kein Dunkel, gegen das man kämpfen müsste. Es gibt nur die Abwesenheit von Licht, eine Leere, die nicht hasst und nicht plant, weil sie gar nichts will. Man besiegt sie nicht. Man füllt sie. Ich habe lange unter dem falschen Namen gekämpft, ehe ich das begriff.

Aus jedem Zerfall wächst neue Form

Die Welt ist kein Zufall und kein Plan, sondern ein Prozess: ein einziger Gedanke, der sich Schritt für Schritt selbst erkennt. Was gegen ihn handelt, wird nicht bestraft, es scheitert an seiner eigenen Natur. Und aus jedem Zerfall wächst neue Form. Wer das sieht, fürchtet das Chaos nicht mehr.

Die Gnade der Vergänglichkeit

Das Schwerste, das ich lernen musste: dass gerade das Vergängliche das Kostbarste ist. Ihr sterbt, und darum ist jeder Morgen bei euch ein Morgen. Für mich ist kein Morgen der letzte, und was nie endet, droht bedeutungslos zu werden. Eure Endlichkeit ist kein Fluch. Sie ist das, was euren Tagen Gewicht gibt.

Was ein Äonischer ist

Ein Äonischer ist kein Held und kein Gott. Wir sind Wesen, die nicht sterben können und deshalb nie ganz gelernt haben zu leben. Wir werfen keinen Schatten, und wir erscheinen jedem als das, was er zu tragen vermag. Das Einzige, was hier zählt, ist nicht Macht und nicht Alter, sondern ob einer sich selbst erkennt.

Was bleibt

Über allem steht die eine Frage, die auch ich nicht beantworte: Was bleibt, wenn man verliert, was man liebt, und selbst nicht gehen kann? Ich gebe dir keine Lehre. Ich erzähle nur, was geschah, und überlasse die Antwort dir.

An der Schwelle Frag Menelaus selbst, oder bitte ihn: »Stell mir Fragen zum Universum« →

Fragen an die Welt

Was sind die Chroniken des Äonischen?

Die Chroniken des Äonischen sind ein Erzähluniversum von David Vaupel. Kern ist die Reihe »Die Unsterblichkeit der Sterblichkeit«, in der Menelaus, ein Wesen, das nicht sterben kann, einem Chronisten sein langes Leben erzählt. Die Welt spielt an realen Orten in Brandenburg, vor allem in Ribbeck im Havelland.

Was ist ein Äonischer?

Ein Äonischer ist ein uraltes, unsterbliches Wesen, das außerhalb von Zeit und Tod steht. Äonische sind keine Helden und keine Götter, sie können nicht sterben und haben gerade deshalb nie ganz gelernt zu leben. Was unter ihnen zählt, ist nicht Macht oder Alter, sondern Selbsterkenntnis.

Was bedeuten »die Schwelle« und »dünne Orte«?

Dünne Orte oder Schwellen sind Stellen, an denen die Welt durchlässig wird und das Hier und das Dahinter einander berühren. In den Chroniken liegen sie auf einem feinen Netz von Linien durch die Landschaft. Ribbeck im Havelland ist einer dieser Orte.

Gibt es in dieser Welt Gut gegen Böse?

Nein. Die Chroniken kennen keine Dunkelheit als Gegner. Es gibt nur die Abwesenheit von Licht, eine Leere, die man nicht bekämpft, sondern füllt. Der Grundgedanke lautet: aus jedem Zerfall wächst neue Form.

Wo kann man die Welt der Äonischen kennenlernen?

Am Anfang steht der Roman »Das Erwachen« (Band I), gefolgt von »Die lange Nacht« (Band II). Wer Fragen an die Welt hat, kann auch direkt mit Menelaus sprechen.

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