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Das Universum

Die Gestalten

Die Figuren der »Unsterblichkeit der Sterblichkeit«, und was sie verbindet.

  • Menelaus in goldener Rüstung, erzählend am Tavernentisch bei Kerze und Kanne

    Menelaus, der Äonische

    Der Äonische, der blieb.

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    Ein Wesen außerhalb von Zeit und Tod, das keinen Schatten wirft und dennoch an einem Tisch im Havelland sitzt. Hinter ihm liegen Äonen des Kämpfens; geblieben ist einer, der nicht mehr gegen etwas kämpft, sondern für etwas einsteht. Abend für Abend erzählt er sein langes Leben, als hinge an jedem Morgen mehr als an einem Äon.

  • Jakob Steinberg am Tisch bei Kerze und Kaffee, den Stift über dem offenen Buch

    Jakob Steinberg

    Der Chronist, der zuhört.

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    Ein investigativer Journalist aus Berlin, der auf einer Bank im Havelland ein Gespräch begann, das nicht enden wollte. Er stellt Fragen, ohne zu urteilen, und schreibt nieder, was ein Unsterblicher erinnert, damit die Wahrheit hindurchgeht. Manchmal berühren ihn die Geschichten tiefer, als sich erklären lässt.

  • Lyralei kniet am Wasser zwischen Schilf, neben ihr ein Korb mit Kräutern

    Lyralei

    Die Heilerin an den Schwellen.

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    Eine Heilerin aus einer Zeit vor allen Namen, zu Hause im Bruch, wo die Welt dünn wird; sie sprach mit dem Wasser und den Bienen. Ihr Heilen war ein Ermöglichen, kein Machen: sich neben die setzen, die es schwer haben, damit niemand allein bleibt. Ihre Lehre trägt die ganze Chronik: aus Liebe handeln, nicht aus Zorn.

  • Williambruce im Kerzenlicht eines Wiener Salons, ein ungetrunkenes Glas Wein neben ihm

    Williambruce (Willi)

    Der Makellose.

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    Ein Herr von vollendeter Bildung, zwölf Sprachen, Mäzen der Künste, dem die Nacht zur Heimat wurde. Seine Ewigkeit ist genommen, nicht geschenkt: erkauft aus der Angst, je wieder verwundbar zu sein, und bezahlt mit dem Blick für andere. Kein böses Wesen, sondern ein blindes, und gerade darum eine der traurigsten Gestalten der Chronik.

  • Zuleika steht in reich bestickten Gewändern im dunklen Zelt, ein Leuchten im Gesicht

    Zuleika

    Die Freude von Samarkand.

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    Eine tatarische Prinzessin im Exil, deren Gabe die Freude war: ein Leuchten, das kein Prunk der Welt erzeugen kann. In Willis langer Nacht war sie das eine Licht, das sein stilles Herz erreichte. An ihr zeigt die Chronik, was keine Ewigkeit aufwiegt: die Freude eines einzigen gelebten Tages.

Die Gefährten

  • Aletheia, eine schlanke Klinge aus dunklem Sternenmetall, durchzogen von goldenen Lichtadern

    Aletheia

    Das Schwert, das singt.

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    Eine schlanke Klinge aus dunklem Sternenmetall, von goldenen Adern durchzogen: die Enthüllerin. Sie summt, wo Verborgenes ans Licht drängt, und schweigt, wo nichts zu enthüllen ist. In ihr wohnt ein Fragment Lyraleis, und so trägt sie deren Lehre weiter: keine Waffe mehr, eher eine Gefährtin.

  • Eine Krähe auf einem Zaunpfahl, über ihr der Mond

    Die Krähe

    Die stille Begleiterin.

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    Ein schwarzer Vogel, der sich zu Menelaus setzt, wo immer der Abend ihn findet. Sie will nichts, verlangt nichts und hat längst aufgehört zu fragen, wer er ist. Man sagt, Krähen sitzen bei dem, der bleibt.

  • Der Wirt hinter dem Tresen, ein Geschirrtuch über der Schulter, einen Krug polierend

    Der Wirt

    Der einschenkt und nie fragt.

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    Der Hausherr der Gaststube von Ribbeck, ein Geschirrtuch über der Schulter, das Licht am Abend halb heruntergedreht. Er stellt hin, was gebraucht wird, und lässt stehen, was nicht gefragt ist, auch die eigene Neugier. Wer bis tief in die Nacht erzählt, braucht einen, der die Schwelle hütet, ohne je ein Wort zu verlangen.

Was sie verbindet

Alle stehen an derselben Schwelle, dort, wo das Endliche und das Unendliche einander berühren, und jeder begegnet derselben Frage von einer anderen Seite. Menelaus lebt sie: der Unsterbliche, der wieder lernt, was ein einziger Morgen wiegt. Lyralei hütet sie, indem sie sich neben die setzt, die hinübergehen. Und Jakob schreibt sie nieder, ohne zu deuten, damit die Wahrheit durch ihn hindurchgeht. Was sie eint, ist kein Bündnis, sondern eine Frage: was bleibt, wenn man verliert, was man liebt und selbst nicht gehen kann.

Alle Porträts sind fiktive, digital erstellte Darstellungen.